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Haftpflicht- und Bauleistungsversicherung beim Umbau: So sichern Sie Ihr Projekt ab

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Haftpflicht- und Bauleistungsversicherung beim Umbau: So sichern Sie Ihr Projekt ab
Von Rob Schmidt, Apr 19 2026 / Immobilien & Finanzen

Ein Umbau ist oft ein emotionales Projekt, doch kaum jemand denkt an den Moment, in dem ein Wasserrohr bricht oder ein Sturm das frisch errichtete Dach des Rohbaus wegbläst. Viele glauben, dass die normale Wohngebäudeversicherung hier einspringt. Das ist ein gefährlicher Irrtum. In der Realität greifen herkömmliche Gebäudeversicherungen meist erst nach der endgültigen Fertigstellung. Wer während der Bauphase einen schweren Schaden erleidet, steht oft vor einem finanziellen Scherbenhaufen, da die Kosten für Material und Arbeitsstunden schnell in den fünf- oder sechsstelligen Bereich klettern.

Um dieses Risiko zu minimieren, gibt es zwei verschiedene Schutzschilde: die Bauleistungsversicherung ist eine spezielle Versicherung, die das Bauwerk selbst gegen Sachschäden während der Errichtung oder Umbauphase absichert und die Bauherrenhaftpflichtversicherung, die für Schäden aufkommt, die man anderen zufügt. Während die eine also Ihre eigenen Wände schützt, schützt die andere Ihr Bankkonto vor Forderungen von Nachbarn oder Handwerkern.

Warum eine Bauleistungsversicherung beim Umbau wichtig ist

Stellen Sie sich vor, ein schweres Unwetter trifft Ihr Haus, während die alte Fassade bereits aufgerissen ist. In diesem Zustand ist das Gebäude extrem verwundbar. Die Bauleistungsversicherung deckt genau solche Katastrophen ab. Dazu gehören Feuer, Blitzschlag, Explosionen, Leitungswasser, Sturm, Hagel sowie Einbruchdiebstahl und Vandalismus. Besonders bei Umbauprojekten wird diese Versicherung oft vernachlässigt - die Durchdringungsrate liegt hier bei nur etwa 42 Prozent, während sie bei Neubauten bei 78 Prozent liegt. Das zeigt eine gefährliche Lücke im Bewusstsein vieler Bauherren.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die sogenannten Erstrisiken. Wenn der Boden während der Bauarbeiten nachgibt oder unerwartete Setzungen auftreten, können die Kosten massiv steigen. Viele Versicherer bieten hierfür spezielle Erstrisikosummen an, die je nach Tarif zwischen 10.000 und 50.000 Euro liegen. Wer hier zu knapp kalkuliert, zahlt im Ernstfall drauf.

Die Bauherrenhaftpflicht: Schutz vor Ansprüchen Dritter

Während die Bauleistungsversicherung das Objekt schützt, geht es bei der Bauherrenhaftpflicht um die rechtliche Absicherung. Was passiert, wenn ein Gerüst stürzt und das Auto des Nachbarn beschädigt oder, schlimmer noch, eine Person verletzt wird? Hier übernimmt die Versicherung die Kosten.

Interessant ist hierbei die sogenannte Nachhaftung. Da Schäden oft erst verzögert bemerkt werden, bietet es Sinn, eine Nachhaftungsfrist von sechs bis neun Monaten abzuschließen. Dies kostet zwar einen kleinen Aufschlag von etwa 10 bis 15 Prozent auf die Prämie, stellt aber sicher, dass Sie auch nach der offiziellen Übergabe noch gegen Ansprüche aus der Bauzeit geschützt sind.

Symbolische Darstellung von Bauleistungs- und Bauherrenhaftpflichtversicherung

Kosten und Berechnung der Bausumme

Die Kosten für diese Versicherungen sind im Verhältnis zum Risiko meist überraschend gering. Die Prämie für eine Bauleistungsversicherung liegt typischerweise zwischen 0,1 und 0,5 Prozent der gesamten Bausumme. Bei einem Umbau mit einer Bausumme von 100.000 Euro kann man mit einem Einmalbeitrag ab etwa 143 Euro rechnen. Bei größeren Vorhaben, etwa 300.000 Euro, liegen die Kosten oft bei etwa 400 Euro, können je nach Deckungsumfang aber auch bis zu 1.500 Euro steigen.

Die größte Fehlerquelle ist die Berechnung der Bausumme. Die Bausumme umfasst alle Herstellungskosten, einschließlich Lohnkosten, Materialwerten und Eigenleistungen. Ein häufiger Fehler ist, dass Bauherren ihre eigenen Arbeitsstunden vergessen zu bewerten. Wenn Sie 500 Stunden selbst mithelfen, muss dieser Wert in die Summe einfließen, sonst reicht die Versicherungssumme im Schadensfall nicht aus, um den Wiederaufbau komplett zu finanzieren. Wichtig: Der Preis des Grundstücks und die Erschließungskosten gehören nicht in die Bausumme.

Kostenbeispiele und Merkmale der Versicherungen
Merkmal Bauleistungsversicherung Bauherrenhaftpflicht
Was ist versichert? Das Bauwerk selbst (Sachschaden) Schäden an Dritten (Personen/Sachen)
Beispielkostensatz 0,1% bis 0,5% der Bausumme Pauschalbeträge (z.B. ca. 120-150 €)
Typischer Beitrag 143 € (bei 100k Bausumme) bis 1.500 € ca. 120 € (bis 500k Bausumme)
Zahlungsweise Meist Einmalzahlung für die Bauzeit Einmalbeitrag oder jährlich
Selbstbehalt Meist 150 € bis 500 € Je nach Tarif unterschiedlich

Praktische Tipps für den Abschluss

Wann sollten Sie die Verträge unterschreiben? Die Antwort ist simpel: Vor dem ersten Spatenstich. Viele Bauherren warten zu lange und schließen die Versicherung erst ab, wenn die Arbeiten bereits laufen. Damit riskieren Sie, dass erste Schäden nicht mehr abgedeckt sind. Ein weiterer Profi-Tipp: Da der Versicherungsschutz der Bauleistungsversicherung in der Regel auch für die beteiligten Handwerker und Gewerke gilt, ist es absolut üblich und fair, die Kosten des Beitrags anteilig auf die Bauunternehmen umzulegen.

Achten Sie bei der Tarifwahl auf Zusätze wie den Insolvenzschutz oder die Übernahme von Übernachtungskosten, falls der Bau durch einen Schaden so stark verzögert wird, dass Sie vorübergehend nicht in Ihr Haus ziehen können. Auch Lagerkosten für Möbel sollten in einem guten Paket enthalten sein.

Baupläne und Kostenberechnung für ein Renovierungsprojekt auf einem Tisch

Häufige Stolperfallen und Erfahrungen

In Foren und Nutzerberichten taucht immer wieder das Thema der Schadensregulierung auf. Besonders komplex wird es bei Bodenbewegungen. Hier kommt es auf eine präzise Definition der Erstrisikosumme im Vertrag an. Wer nur ein Minimum an Deckung wählt, bekommt oft Streit mit dem Versicherer, wenn das Haus plötzlich Risse bekommt.

Ein weiteres Problem sind unzureichende Deckungssummen aufgrund falsch berechneter Eigenleistungen. Wenn Sie Ihr Haus im Wert von 300.000 Euro versichern, aber durch Eigenleistungen eigentlich ein Wert von 400.000 Euro entsteht, greift im Schadenfall die sogenannte Unterversicherung. Das bedeutet, die Versicherung zahlt den Schaden nur anteilig, was im schlimmsten Fall Tausende Euro aus eigener Tasche bedeutet.

Ist eine Bauleistungsversicherung bei einem kleinen Umbau wirklich nötig?

Ja, absolut. Auch bei kleinen Projekten können Unfälle wie ein Rohrbruch oder ein Brand durch Schweißarbeiten enorme Kosten verursachen. Da die normale Gebäudeversicherung während des Umbaus oft eingeschränkt ist oder gar nicht greift, ist die Bauleistungsversicherung die einzige Möglichkeit, das Investment abzusichern. Die Kosten sind mit oft unter 200 Euro im Verhältnis zum Risiko sehr gering.

Was genau gehört in die Bausumme?

In die Bausumme fließen alle Kosten, die direkt in das Gebäude investiert werden: Lohnkosten der Handwerker, Materialkosten, Kosten für Baustoffe und auch der Geldwert Ihrer eigenen Arbeitsstunden. Nicht enthalten sind jedoch die Kosten für das Grundstück, die Erschließungskosten sowie Baunebenkosten wie Architekten- oder Maklergebühren.

Kann ich die Versicherungskosten steuerlich absetzen?

Ja, in vielen Fällen sind die Kosten für die Bauleistungsversicherung steuerlich absetzbar, insbesondere wenn es sich um eine Vermietungsabsicht oder eine energetische Sanierung handelt. Es ist ratsam, dies mit einem Steuerberater zu prüfen, da die Zuordnung zu den Herstellungskosten des Gebäudes oft Vorteile bei der späteren Einkommenssteuer bringt.

Was ist der Unterschied zwischen Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung?

Die Bauleistungsversicherung schützt das Gebäude an sich vor Schäden (z.B. Sturm zerstört Dach). Die Bauherrenhaftpflicht schützt Sie vor finanziellen Forderungen Dritter (z.B. Ihr Bauzaun fällt auf den Garten des Nachbarn). Man kann es so sagen: Die eine schützt das Objekt, die andere Ihren Geldbeutel gegenüber Außenstehenden.

Was passiert, wenn ich die Versicherung erst während der Bauphase abschließe?

Das ist riskant. Versicherungen beginnen in der Regel zum Zeitpunkt des Abschlusses. Alle Schäden, die vor diesem Moment passiert sind, sind nicht versichert. Zudem können Versicherer bei bereits begonnenen Bauten detailliertere Nachweise zum aktuellen Zustand fordern oder bestimmte Risiken komplett ausschließen.

Nächste Schritte für Bauherren

Wenn Sie gerade planen, Ihr Haus zu sanieren oder umzubauen, gehen Sie wie folgt vor: Erstellen Sie eine detaillierte Liste aller erwarteten Kosten inklusive Ihrer Eigenleistungen. Nutzen Sie diese Summe, um Angebote von verschiedenen Versicherern einzuholen. Achten Sie dabei besonders auf die Erstrisikosumme und die Optionen für Nachhaftung in der Haftpflichtversicherung. Sobald die Verträge stehen, können Sie mit einem guten Gefühl den ersten Hammerschlag tätigen.

Bauleistungsversicherung Bauherrenhaftpflichtversicherung Umbauversicherung Bausumme Bauschäden

Kommentare

Angela Francia

Angela Francia

-

April 22, 2026 AT 05:34

Ach komm, wer braucht schon eine Bauleistungsversicherung für ein bisschen Badsanierung? Das ist doch reine Geldmacherei der Versicherer 🙄

Karoline Aamås

Karoline Aamås

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April 22, 2026 AT 16:29

Hier muss man echt auf die Police schauen, damit es kein Gap-Risk gibt. Wenn die Bausumme nicht wasserdicht kalkuliert ist, wird es bei der Regulierung echt kompliziert. Aber im Grunde ist das Risiko-Management hier total sinnvoll!

Leon Xuereb

Leon Xuereb

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April 23, 2026 AT 15:56

Na klasse, natürlich ist es total beruhigend zu wissen, dass man für ein paar hundert Euro eine Versicherung abschließt, die einem dann im Ernstfall wahrscheinlich sowieso nur anteilig etwas auszahlt, weil man beim Ausfüllen des Formulars vergessen hat, dass man drei Samstage lang selbst Fliesen gelegt hat, was ja quasi eine hochprofessionelle Meisterleistung war, die man nun monetär bewerten muss, nur damit die Versicherung nicht gleich die Chance nutzt, die Zahlung zu verweigern.

Paul O'Sullivan

Paul O'Sullivan

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April 25, 2026 AT 05:01

Die Grammatik in diesem Text ist zwar akzeptabel, aber die Logik ist fragwürdig. Wer glaubt ernsthaft, dass ein paar hundert Euro einen vor dem totalen finanziellen Ruin bewahren, wenn das Fundament wegbricht? Das ist puren Naivismus!

Natascha Garcia

Natascha Garcia

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April 27, 2026 AT 04:54

Ich finde die Idee mit der Nachhaftung echt super spannend! 🌟 Hatte das bisher gar nicht auf dem Schirm. Sicher ist sicher 🏠✨

christoph reif

christoph reif

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April 27, 2026 AT 23:16

mach das auf jeden fall so

Per Olav Breivang

Per Olav Breivang

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April 28, 2026 AT 18:43

In Norwegen machen wir das auch so ähnlich, sehr wichtig dass man alles versichert hat bevor man anfängt zu bauen

Helga Blankenship

Helga Blankenship

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April 29, 2026 AT 16:22

Oh je... ich hatte bei meinem letzten Projekt fast einen Wasserrohrbruch... zum Glück ist nichts passiert... aber ich hatte keine Versicherung... echt gruselig!!!

Tobias Schmidt

Tobias Schmidt

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Mai 1, 2026 AT 07:14

Was für ein trauriger Zustand, dass man in diesem Land heute für jeden Handgriff eine Versicherung braucht. Früher gab es noch Ehre und Wort, heute nur noch Paragrafen und Prämien! Ein Jammer um unsere Kultur!

Patrick Bürgler

Patrick Bürgler

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Mai 1, 2026 AT 10:35

Kurztipp: Prüft immer die Erstrisiko-Summe. Viele Standardtarife sind zu niedrig.

Sonja Schöne

Sonja Schöne

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Mai 3, 2026 AT 06:24

zu viel text

Jerka Vandendael

Jerka Vandendael

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Mai 3, 2026 AT 11:06

alles im fluss 🌊 man muss die Balance finden zwischen Angst und Vorsorge 🧘‍♀️

Dumitru alina

Dumitru alina

-

Mai 3, 2026 AT 20:57

Ich finde es sehr aufschlussreich, dass man die Kosten auch auf die Handwerker umlegen kann. Das klingt nach einem fairen Kompromiss 😊

Johanne O'Leary

Johanne O'Leary

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Mai 5, 2026 AT 08:32

Klar, legt die Kosten auf die Handwerker um. Die freuen sich bestimmt riesig, wenn sie schon so wenig verdienen und dann auch noch die Versicherung für den Bauherren mitzahlen dürfen. Einfach herrlich.

Patrick Mullen

Patrick Mullen

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Mai 6, 2026 AT 23:11

Leute, bewegt euch! Sichert euren Kram ab und fangt endlich an zu bauen! Wer wartet, verliert Geld!

erwin dado

erwin dado

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Mai 8, 2026 AT 17:48

Das mit der steuerlichen Absetzbarkeit ist ein super Hinweis. Da kann man ja direkt etwas sparen.

Johanna Martinson

Johanna Martinson

-

Mai 9, 2026 AT 21:50

Ich bin zwar eher zurückhaltend, aber die Sicherheit gibt einem doch einen riesigen Motivationsschub für den Start!

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