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Sockelbereich der Fassade: Abdichtung, Spritzwasser und Beschichtung richtig planen

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Sockelbereich der Fassade: Abdichtung, Spritzwasser und Beschichtung richtig planen
Von Jana Kleinhans, Feb 28 2026 / Hausrenovierung

Der Sockelbereich einer Fassade ist der unsichtbare Held des Hauses - und gleichzeitig die schwächste Stelle. Während die Wandflächen oben noch wie neu wirken, zeigt sich unten oft der wahre Zustand: abgeplatzter Putz, weiße Ausblühungen, abblätternde Farbe. Das liegt nicht am schlechten Anstrich, sondern an einer einzigen Ursache: Sockelbereich ist der Übergang zwischen Haus und Erde - und dort treffen Feuchtigkeit, Frost, Spritzwasser und Salze aufeinander. Wer hier nicht richtig baut oder sanieren lässt, riskiert teure Schäden im ganzen Gebäude.

Was ist der Sockelbereich wirklich?

Der Sockelbereich ist nicht einfach der untere Teil der Wand. Er ist der Teil, der direkt mit dem Erdreich in Kontakt kommt und gleichzeitig dem Spritzwasser aus Regen, Schnee oder Bewässerung ausgesetzt ist. Nach DIN 18533 muss er mindestens 30 cm über der Geländeoberkante (GOK) abgedichtet sein. In der Praxis reicht er oft bis zu 50 cm hoch - besonders bei Neubauten oder Sanierungen mit WDVS. Unterhalb der GOK wird er bis zu 20 cm in das Erdreich hinein abgedichtet, um aufsteigende Feuchtigkeit zu stoppen.

Diese Zone ist kein gewöhnlicher Putz. Sie ist ein Kampfgebiet. Tagsüber wärmt die Sonne die Wand, nachts friert das Wasser im Mauerwerk ein. Salze aus dem Boden lösen sich, wandern nach oben und kristallisieren an der Oberfläche. Das Ergebnis? Putz bricht ab, Farbe blättert, Mauerwerk wird porös. Und das passiert oft jahrelang, ohne dass man es bemerkt - bis der Schaden sichtbar wird.

Warum reicht normale Abdichtung nicht?

Viele Hausbesitzer denken: „Ich mache einfach eine neue Farbe drauf.“ Das ist wie ein Pflaster auf einer gebrochenen Rippe. Die Ursache bleibt. Eine normale Fassadenfarbe hält im Sockelbereich höchstens ein Jahr. Warum? Weil sie nicht elastisch genug ist, um den Bewegungen des Mauerwerks standzuhalten. Sie ist nicht wasserundurchlässig genug, um Spritzwasser abzuhalten. Und sie haftet nicht auf feuchtem, salzhaltigem Untergrund.

Die Lösung ist eine fachgerechte Bauwerksabdichtung nach DIN 18533. Diese Norm sagt klar: Der Sockel gehört zur Wassereinwirkungsklasse W4-E - also höchste Belastung. Das bedeutet: Es reicht nicht, eine Folie zu verlegen oder eine Bitumenbahn aufzukleben. Es braucht ein System, das:

  • flexibel bleibt, auch bei Frost-Tau-Wechseln
  • mit dem Mauerwerk zusammenarbeitet, nicht dagegen
  • mindestens 30 cm über der Geländeoberkante reicht
  • sich nahtlos an Putz, Dämmung und Fundament anschließt

Typische Materialien dafür sind: Reaktivabdichtungen aus flüssigem Kunststoff, mineralische Dichtungsschlämme oder spezielle Bitumendickbeschichtungen. Sie werden auf den sauberen, trockenen und vorbereiteten Untergrund aufgetragen - nicht einfach draufgestrichen.

Was macht Spritzwasser so schlimm?

Spritzwasser ist kein harmloser Regen. Es ist ein Projektionsphänomen. Wenn Regen auf den Boden prallt - besonders auf Sand, Lehm oder Rasen - wirft er Erde, Sand und Salze hoch. Diese Partikel prallen gegen die Wand, verstopfen Poren, tragen Feuchtigkeit nach oben und greifen den Putz an. In einem Garten mit Rasen direkt an der Wand kann das Spritzwasser bis zu 1,5 Meter hoch reichen.

Das Problem: Viele Hausbesitzer haben keine Ahnung, wie viel Wasser hier ankommt. Ein Regen von 20 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde kann am Sockelbereich eine Wassermenge von mehr als 50 Litern pro Meter Wandhöhe erzeugen. Das ist wie ein ständiger Wasserstrahl - nur mit Erde und Salzen vermischt.

Die Lösung ist baulich: Ein Kiesstreifen von 30 bis 50 cm Breite entlang der Wand verändert alles. Kies lässt Wasser versickern, statt es hochzuspritzen. Er hält den Boden trocken, reduziert die Feuchtigkeit und verhindert, dass Erde an die Wand gelangt. Alternativ: Betonplatten, Steinplatten oder ein leichtes Gefälle vom Haus weg. Das ist billiger als eine Sanierung, aber effektiver als jede Farbe.

Schnitt durch eine fachgerecht abgedichtete Haussockelzone mit Dichtungsschicht, Dämmung und Kiesrand, zeigen Aufstiegsfeuchtigkeit und Schutzmaßnahmen.

Abdichtung bei Putzfassade oder WDVS?

Die Art der Fassade bestimmt, wie der Sockel abgedichtet wird.

Bei Putzfassaden: Der Putz muss als Träger für die Abdichtung dienen. Dazu wird ein mineralischer Mörtel mit speziellen Produkten wie webertec 933 als Kehle an der Nahtstelle zwischen Fundament und Wand aufgebracht. Der Putz darunter wird mit einer Füllspachtelung (z. B. webertec Superflex D 24 mit Quarzsand) verstärkt, um Risse zu vermeiden. Danach kommt die Abdichtung - und erst dann der Oberputz.

Bei WDVS (Wärmedämm-Verbundsystem): Hier ist die Herausforderung größer. Die Dämmplatten müssen mit dem Fundament verbunden werden, ohne dass Feuchtigkeit zwischen Dämmung und Wand eindringen kann. Dafür gibt es spezielle Sockel- oder Perimeterdämmplatten. Sie werden mit Klebemörtel befestigt und mindestens 15 cm über der Geländeoberkante verlegt. Darüber kommt ein Putzsystem mit Gewebeeinlage - nicht nur für Stabilität, sondern auch als mechanische Schutzschicht gegen Steinwurf und Frost.

Wichtig: Bei WDVS darf die Dämmung nicht bis zum Boden reichen. Es muss immer ein Abstand von mindestens 5 cm zur Geländeoberkante bleiben, damit Feuchtigkeit abfließen kann. Sonst wird die Dämmung zur Wasserfalle.

Was hilft gegen Ausblühungen und Abplatzungen?

Ausblühungen sind weiße, salzige Ablagerungen - kein Schmutz, sondern ein Warnsignal. Sie entstehen, wenn Wasser durch das Mauerwerk steigt und Salze mitnimmt. Die Salze kristallisieren an der Oberfläche, wenn das Wasser verdunstet. Das treibt den Putz vom Mauerwerk ab.

Die einzige dauerhafte Lösung: Die Ursache beseitigen. Das heißt: Die Sockelabdichtung muss neu gemacht werden - und zwar bis 20 cm unter die Geländeoberkante. Nur dann wird aufsteigende Feuchtigkeit gestoppt. Eine neue Farbe oder ein neuer Putz ohne Abdichtung ist verschwendetes Geld.

Für die Oberfläche: Verwenden Sie nur spezielle Fassadenfarben für Sockelbereiche. Diese sind wasserabweisend, aber diffusionsoffen - also lassen sie Feuchtigkeit nach außen entweichen, ohne sie einzusperren. Sie enthalten Silikate oder Siloxane, die die Poren der Oberfläche verschließen, ohne sie zu versiegeln. Normale Dispersionsfarben sind hier tabu.

Vergleich: links kaputter Sockel mit Erdkontakt, rechts professionell abgedichtet mit Kiesstreifen und spezieller Beschichtung, ohne Text oder Beschriftung.

Was passiert, wenn man nichts tut?

Wenn der Sockelbereich nicht behandelt wird, beginnt der Zerfall langsam, aber sicher. Zuerst: Farbe blättert. Dann: Putz löst sich in kleinen Stücken. Danach: Feuchtigkeit dringt ins Mauerwerk. Nach einigen Jahren: Schimmel im Keller, feuchte Wände, beschädigte Holzkonstruktionen. Die Kosten steigen von ein paar hundert Euro für eine neue Farbe auf mehrere tausend Euro für eine komplette Sanierung - mit Abbruch, Neubau, eventuell Kellerabdichtung.

Und das Schlimmste: Die Schäden sind oft nicht sichtbar, bis es zu spät ist. Ein Haus mit einem kaputten Sockel verliert an Wert - und wird schwer zu verkaufen. Versicherungen zahlen oft nicht, wenn der Schaden durch Vernachlässigung entstanden ist.

Was tun, wenn der Schaden schon da ist?

Wenn Putz abgeplatzt ist oder Farbe aufgequollen ist, ist eine oberflächliche Reparatur nutzlos. Sie müssen:

  1. Den beschädigten Putz komplett entfernen - bis zum festen Mauerwerk
  2. Den Untergrund trocknen lassen - das kann Wochen dauern
  3. Die Abdichtung neu aufbringen - mindestens 30 cm über GOK, 20 cm darunter
  4. Den Putz mit einem speziellen Sockelputz aufbringen - nicht mit normalem Außenputz
  5. Den Spritzwasserschutz einbauen - Kiesstreifen oder Platten

Diese Arbeit ist kein Heimwerkerprojekt. Sie braucht Fachwissen, spezielle Werkzeuge und Materialien, die nicht im Baumarkt erhältlich sind. Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten - und fragen Sie nach der DIN 18533-Zertifizierung.

Die 3 wichtigsten Regeln für den Sockelbereich

  1. Abdichtung immer über die Geländeoberkante hinaus: Mindestens 30 cm, besser 50 cm. Nie genau auf GOK.
  2. Keine direkte Verbindung zwischen Erde und Fassade: Kies, Platten oder ein Gefälle - sonst spritzt das Wasser hoch.
  3. Keine normale Farbe auf den Sockel: Nur spezielle, wasserabweisende, diffusionsoffene Beschichtungen.

Wie hoch muss die Sockelabdichtung mindestens sein?

Nach DIN 18533 muss die Abdichtung mindestens 30 cm über der Geländeoberkante (GOK) reichen. Unterhalb der GOK sollte sie bis etwa 20 cm in das Erdreich hineinverlaufen, um aufsteigende Feuchtigkeit abzuhalten. In der Praxis wird oft bis zu 50 cm über GOK abgedichtet, besonders bei WDVS-Systemen oder bei hohem Grundwasserstand.

Kann ich den Sockel einfach neu streichen?

Nein. Wenn Putz abplatzt oder Farbe aufquillt, ist die Ursache nicht die Farbe, sondern die fehlende oder beschädigte Abdichtung. Eine neue Farbe ohne Abdichtungsarbeiten führt nach maximal einem Jahr zu erneuten Schäden. Nur wenn die Feuchtigkeitsquelle beseitigt ist - durch fachgerechte Abdichtung und Spritzwasserschutz - hält eine neue Beschichtung länger.

Welche Materialien eignen sich für die Sockelabdichtung?

Geeignet sind flexible, wasserundurchlässige Systeme wie Reaktivabdichtungen (flüssiger Kunststoff), mineralische Dichtungsschlämme oder spezielle Bitumendickbeschichtungen. Diese Materialien haften gut auf feuchten Untergründen, sind dehnbar und widerstehen Frost-Tau-Wechseln. Normale Farben, Lacke oder Silikatfarben ohne spezielle Zusätze sind ungeeignet.

Warum ist Kies am Haus wichtig?

Kies verhindert, dass Regenwasser Erde und Salze gegen die Wand spritzt. Ein 30-50 cm breiter Kiesstreifen lässt Wasser versickern, reduziert die Feuchtigkeit an der Wand und hält den Sockel sauber. Ohne Kies oder Platten steigt die Feuchtigkeit schneller in das Mauerwerk - und beschleunigt die Zerstörung.

Was ist der Unterschied zwischen Sockelabdichtung und Spritzwasserschutz?

Die Sockelabdichtung schützt das Mauerwerk von innen - sie stoppt Feuchtigkeit, die aus dem Boden aufsteigt oder von der Wand herabläuft. Der Spritzwasserschutz schützt von außen - durch bauliche Maßnahmen wie Kies, Platten oder Dachüberstände, die verhindern, dass Regenwasser und Erde an die Wand gelangen. Beide sind notwendig, aber sie arbeiten unterschiedlich.

Sockelabdichtung Spritzwasser Schutz Fassadenbeschichtung Fassadensanierung DIN 18533

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