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Korrosion in Wasserleitungen: Ursachen, Folgen und was Sie jetzt tun müssen

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Korrosion in Wasserleitungen: Ursachen, Folgen und was Sie jetzt tun müssen
Von Jana Kleinhans, Nov 28 2025 / Hausrenovierung

Bräunlich gefärbtes Wasser am Morgen? Ein metallischer Geschmack beim Kaffeeaufguss? Ein plötzlicher Druckabfall in der Dusche? Das sind keine harmlosen Kleinigkeiten - das sind Warnsignale für Korrosion in Wasserleitungen. In Deutschland, wo fast jedes vierte Haus älter als 40 Jahre ist, ist dieses Problem weit verbreitet. Und es wird nicht besser. Im Gegenteil: Mit steigenden Temperaturen, weichem Wasser und veralteten Rohrmaterialien nimmt die Gefahr zu - und die Folgen sind oft teurer und gefährlicher, als viele glauben.

Was genau passiert in Ihren Rohren?

Korrosion ist kein Rost auf der Außenseite der Leitung - das ist nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Innen, dort, wo das Wasser fließt, läuft ein elektrochemischer Prozess ab. Eisen aus den Rohrwänden reagiert mit Sauerstoff und Wasser und bildet Eisenoxid - also Rost. Das löst sich langsam in das Wasser. Je weicher das Wasser ist, desto aggressiver ist es. In Regionen wie dem Bergischen Land oder Teilen Westfalens, wo das Wasser nur 2-3°dH hart ist, bildet sich kaum eine schützende Kalkschicht. Das Wasser „frisst“ einfach die Rohrwände ab. In Süddeutschland dagegen, wo das Wasser bis zu 20°dH hart ist, ist Kalkbildung das Hauptproblem - dort verengen sich die Leitungen, nicht rosten sie. Aber in vielen Altbauten ist beides gleichzeitig da: Kalk in der Warmwasserleitung, Rost in der Kaltwasserleitung.

Welche Rohre sind am anfälligsten?

Die meisten Probleme kommen von alten Materialien. Verzinkte Stahlrohre, die bis in die 1980er-Jahre verbaut wurden, sind die größte Baustelle. Ihre Lebensdauer liegt bei 25-30 Jahren. Danach beginnt die Verzinkung abzubauen. Die darunterliegende Stahlwand wird sichtbar - und rostet. In manchen Häusern in Leipzig, Dresden oder Köln ist das heute Normalität. Kupferrohre halten länger - bis zu 50 Jahre - aber nur, wenn sie richtig verbaut sind. Wer Kupfer direkt nach verzinktem Stahl in Fließrichtung anschließt, macht einen schwerwiegenden Fehler. Die sogenannte „Fließregel“ verbietet das. Warum? Weil Kupfer edler ist als Eisen. Wenn beide Metalle im Wasser miteinander in Kontakt kommen, fließen Elektronen vom unedleren Metall (Eisen) zum edleren (Kupfer). Das beschleunigt die Korrosion - und zwar beider Materialien. Studien zeigen: Bei dieser falschen Verbindung sinkt die Lebensdauer von Kupfer und Stahl um bis zu 60 %. Das ist kein Theorie-Problem - das ist der Grund, warum nach Sanierungen innerhalb von zwei Jahren wieder Lochfraß auftritt.

Warum ist das gefährlich?

Korrosion ist nicht nur eine Rohrbruchgefahr. Sie ist eine Gesundheitsgefahr. Rost ist nicht nur unschön - er ist ein Nährboden. Ablagerungen aus Eisenoxid und Kalk schaffen perfekte Bedingungen für Legionellen. Diese Bakterien wachsen in warmen, stehenden oder langsam fließenden Leitungen. Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie fand 2022 in 32 % der untersuchten Gebäude mit korrodierten Leitungen Legionellen über dem gesetzlichen Grenzwert. Das ist kein theoretisches Risiko. In Deutschland sterben jedes Jahr Hunderte an Legionellen-Pneumonien. Und das ist nicht alles. Korrosion löst auch Schwermetalle aus. Kupfer, Blei, Zink - je nach Material - gelangen ins Trinkwasser. Die Trinkwasserverordnung schreibt seit 2011 einen Grenzwert von 2,0 mg/l Kupfer vor. In vielen Altbauten wird dieser Wert überschritten, besonders wenn das Wasser lange steht. Blei ist noch gefährlicher. Es stammt oft aus alten Lotverbindungen oder Fittings. Es gibt keine sichere Dosis - es reichert sich im Körper an. Kinder und Schwangere sind besonders betroffen.

Querschnitt durch Wasserleitungen mit galvanischer Korrosion: Kupfer und verzinkter Stahl in Kontakt, Elektronenfluss und Metallauflösung im Wasser.

Wie erkennen Sie Korrosion?

Sie müssen nicht auf einen Rohrbruch warten. Es gibt klare Anzeichen:

  • Bräunlich bis rötlich verfärbtes Wasser - besonders nach längerer Abwesenheit oder morgens nach der Nacht
  • Metallischer oder bitterer Geschmack beim Trinken
  • Trübes oder schleimiges Wasser - das ist oft ein Zeichen von biologischem Belag
  • Wasserdruck sinkt - besonders in der zweiten Etage oder beim gleichzeitigen Nutzen mehrerer Armaturen
  • Wasserhähne oder Duschköpfe verstopfen sich schneller als sonst - nicht durch Kalk, sondern durch Rostpartikel
Wenn Sie eines dieser Symptome haben, ist es Zeit, nicht zu warten. Einmaliges Spülen hilft nicht. Das ist nur eine temporäre Lösung - wie das Abwischen von Staub, statt die Wand zu streichen.

Was tun? Sanierung oder Austausch?

Es gibt drei Wege: Reparieren, Sanieren, Umstellen. Reparieren - also nur die defekte Stelle austauschen - ist meistens falsch. Wenn ein Teil der Leitung korrodiert ist, ist die ganze Installation in Gefahr. Sanieren bedeutet, die gesamte Wasserleitung zu erneuern. Und das ist heute nicht mehr mit Metall. Die moderne Lösung ist Kunststoff: PEX (vernetztes Polyethylen) oder PVC-U. Beide sind korrosionsfrei, haben eine Lebensdauer von über 50 Jahren und sind leichter zu verlegen. Sie kosten zwischen 8 und 10 Euro pro Meter - deutlich günstiger als Kupfer (12-15 €/m). Und sie sind sicher: Sie lösen keine Schwermetalle aus. Die DVGW hat 2023 explizit empfohlen, bei Sanierungen auf diese Materialien zu setzen. Ein Einfamilienhaus wird in 5-7 Tagen umgerüstet. Die Kosten liegen zwischen 8.000 und 15.000 Euro - je nach Größe und Aufwand. Das klingt viel. Aber ein Rohrbruch in der Wand kostet 10.000 Euro allein für die Trockenlegung und Renovierung. Und das ohne die Gesundheitsrisiken.

Warum zögern viele Hausbesitzer?

Die Antwort ist einfach: Geld. Und Angst. 68 % der Nutzer, die eine Sanierung durchführen ließen, fanden die Kosten zu hoch. Aber sie unterschätzen die Folgekosten. Ein Leck im Keller, das drei Wochen unentdeckt bleibt, kostet 20.000 Euro. Eine Legionellen-Infektion im Haus kostet mehr als Geld - sie kostet Vertrauen, Gesundheit, manchmal sogar das Leben. Und es gibt eine andere Kostenfalle: billige Installateure. Wer mit nicht zertifizierten Materialien arbeitet, macht sich strafbar. Die DVGW schreibt vor: Nur zertifizierte Fachleute dürfen an Trinkwasseranlagen arbeiten. Ein falsch verlegtes Kupferrohr nach Stahl - das passiert oft bei billigen Angeboten - führt zu Lochfraß. Und dann muss nochmal alles raus - doppelt so teuer.

Modernes Haus mit Kunststoff-Wasserleitungen und digitalem Wasserqualitätsmonitor, sauber und lichtdurchflutet.

Was sagt das Gesetz?

Die Trinkwasserverordnung ist kein Vorschlag - sie ist Gesetz. Seit 2011 gilt: Kupfer max. 2,0 mg/l, Blei max. 0,01 mg/l. Ab 2025 wird die EU diese Grenzwerte noch verschärfen. Das bedeutet: Wer jetzt nichts tut, wird später gezwungen. Und wenn ein Mieter krank wird, weil das Wasser aus einer veralteten Leitung kommt - dann haftet der Eigentümer. Die DGUV empfiehlt: Lassen Sie Ihr Wasser alle zwei Jahre von einem akkreditierten Labor prüfen. Die Kosten: 150-250 Euro. Das ist ein Preis für Sicherheit - nicht für Luxus.

Was kommt als Nächstes?

Die Zukunft ist digital. Das Fraunhofer-Institut testet seit 2022 Sensoren, die Korrosion in Echtzeit messen. Diese Geräte können in die Leitungen eingebaut werden und warnen per App, wenn sich der pH-Wert ändert oder Metallpartikel steigen. Bis 2040, so prognostiziert das Deutsche Institut für Normung, wird es keine neuen metallischen Wasserleitungen mehr geben. Kupfer wird aussterben - nicht weil es schlecht ist, sondern weil es unnötig ist. Kunststoff ist besser, günstiger, sicherer.

Was können Sie jetzt tun?

1. Prüfen Sie Ihr Wasser: Lassen Sie es testen - besonders wenn Ihr Haus älter als 25 Jahre ist. 2. Beobachten Sie: Notieren Sie, wann das Wasser verfärbt ist - nach der Nacht? Nach der Ferien? Nach dem Waschen? 3. Fragen Sie: Wer hat die Leitungen verbaut? Haben Sie eine Installationsurkunde? 4. Planen Sie: Wenn Sie in den nächsten 5 Jahren sanieren wollen - tun Sie es jetzt. Die Kosten steigen. Die Materialien werden teurer. 5. Vertrauen Sie nicht auf Billigangebote. Suchen Sie einen DVGW-zertifizierten Installateur. In Deutschland gibt es 2,3 Millionen Gebäude, die dringend eine Sanierung brauchen. Der Sanierungsstau liegt bei 18 Milliarden Euro. Sie müssen nicht alles allein tragen. Aber Sie können anfangen. Mit einem einfachen Test. Mit einem Gespräch. Mit einem Schritt. Nicht mit Angst - mit Wissen.

Warum ist mein Wasser bräunlich, aber nur morgens?

Das liegt daran, dass das Wasser in den Leitungen steht - besonders über Nacht. Während der Ruhezeit lösen sich Rostpartikel von den Rohrwänden. Sobald Sie das Wasser laufen lassen, wird der verfärbte Teil ausgespült. Nach 5-10 Minuten ist das Wasser klar - aber die Ursache bleibt. Es ist kein Problem der Wasserlieferung, sondern der Leitung im Haus. Wenn es täglich passiert, ist Korrosion die wahrscheinlichste Ursache.

Kann ich Korrosion mit einem Filter beheben?

Ein einfacher Filter am Wasserhahn entfernt nur die sichtbaren Partikel - nicht die Ursache. Er stoppt nicht, dass Kupfer oder Blei ins Wasser gelöst werden. Er schützt nicht vor Legionellen, die in den Rohren wachsen. Ein Filter ist eine Notlösung - kein Ersatz für eine Sanierung. Wenn Sie nur filtern, ignorieren Sie das Problem. Und es wird schlimmer.

Ist Kupfer wirklich besser als verzinkter Stahl?

Ja - aber nur, wenn es richtig verbaut wird. Kupfer hält länger und ist widerstandsfähiger als verzinkter Stahl. Aber wenn es direkt nach Stahlrohren in Fließrichtung angeschlossen wird, greift es den Stahl an - und wird selbst angegriffen. Das nennt man galvanische Korrosion. Die Lösung: Entweder komplett auf Kupfer umstellen - oder komplett auf Kunststoff. Mischsysteme sind die größte Fehlerquelle bei Sanierungen.

Warum wird die Korrosion in warmem Wasser schlimmer?

Höhere Temperaturen beschleunigen chemische Reaktionen. Ab 60°C steigt die Korrosionsrate deutlich. Außerdem wird Kalk in warmen Leitungen schneller abgelagert - und diese Ablagerungen sind ein idealer Nährboden für Bakterien. In Warmwasserzirkulationen, besonders wenn sie schlecht gedämmt sind, entsteht ein perfekter Cocktail: warmes, sauerstoffreiches Wasser, Rost und biologischer Belag. Das ist der Hauptgrund, warum Legionellen oft in Warmwasserleitungen auftreten.

Was kostet eine Trinkwasseruntersuchung?

Eine akkreditierte Laboruntersuchung kostet zwischen 150 und 250 Euro. Sie prüft Kupfer, Blei, Eisen, pH-Wert, Härte und Legionellen. Das ist kein Luxus - das ist Vorsorge. Im Vergleich zu den Kosten eines Rohrbruchs (10.000-30.000 Euro) oder einer Krankheit ist es eine der günstigsten Investitionen in Ihre Gesundheit und Ihr Haus.

Sollte ich meine Leitungen ersetzen, bevor ich mein Haus verkaufe?

Ja. Käufer fragen nach. Ein Gutachten über die Wasserleitungen ist heute Standard. Wenn Sie keine Unterlagen haben oder das Wasser verfärbt ist, sinkt der Wert Ihres Hauses. Eine Sanierung mit Kunststoffrohren erhöht den Wert - und macht das Haus schneller verkaufbar. Sie vermeiden auch spätere Haftungsansprüche. Ein Käufer, der nach dem Kauf Krankheiten feststellt, kann Sie verklagen. Besser jetzt sanieren als später zahlen.

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