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Schalter und Steckdosen barrierearm platzieren: Die richtige Höhe und Position für jedes Zimmer

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Schalter und Steckdosen barrierearm platzieren: Die richtige Höhe und Position für jedes Zimmer
Von Jana Kleinhans, Nov 25 2025 / Bauen und Wohnen

Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach Hause, müde vom Tag, und wollen das Licht einschalten. Aber der Schalter liegt zu hoch. Oder Sie möchten Ihren Laptop aufladen, doch die Steckdose ist so weit weg, dass Sie den Rollstuhl schieben müssten - und trotzdem nicht reichen. Das ist für viele Menschen Alltag. Dabei lässt sich das leicht vermeiden. Die richtige Platzierung von Schaltern und Steckdosen macht den Unterschied zwischen Selbstständigkeit und Abhängigkeit. Es geht nicht nur um Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen - es geht um Komfort für alle. Ob Sie älter werden, einen Unfall haben oder einfach einen kleinen Kindersitz im Wohnzimmer haben: die richtige Höhe und Position spart Kraft, Zeit und Stress.

Warum 40 cm und 85 cm die richtigen Höhen sind

Die gängige Regel in alten Häusern: Lichtschalter bei 110 cm, Steckdosen bei 30 cm. Das war einmal. Heute gilt die DIN 18040-2 als Standard, und sie sagt klar: Steckdosen gehören auf 40 cm über dem Fußboden. Warum genau diese Zahl? Forscher vom Institut für Arbeitsmedizin in Dresden haben gemessen, wie weit Rollstuhlfahrer mit den Armen reichen können, ohne den Körper zu verlagern. Bei 40 cm erreichen sie problemlos alles, was in 60 cm Entfernung steht. Das ist nicht nur bequem - das ist sicher. Kein Herumhantieren, kein Umfallen, kein Hilferuf.

Lichtschalter dagegen gehören auf 85 cm. Das ist die Höhe, bei der man den Arm locker ausstrecken kann - egal, ob man steht, sitzt oder im Rollstuhl ist. Wer mehrere Schalter hat, zum Beispiel eine Gruppe für Zimmerlicht, Fenster und Rollladen, kann sie zwischen 85 und 105 cm anbringen. Wichtig ist: Sie müssen alle leicht erreichbar sein. Kein Knien, kein Strecken, kein Zurechtrücken. Das ist kein Luxus. Das ist Grundausstattung.

Abstand zur Wand: 50 cm sind Pflicht

Es reicht nicht, den Schalter auf die richtige Höhe zu setzen. Er muss auch an der richtigen Stelle sein. Mindestens 50 cm Abstand zur Wand - das ist nicht nur eine Empfehlung, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Warum? Weil ein Standardrollstuhl 65 cm breit ist. Wenn der Schalter direkt an der Wand ist, kann man ihn nicht erreichen. Der Rollstuhl kann nicht heranfahren. Man muss raus, sich drehen, sich anlehnen - und das ist gefährlich. Ein Abstand von 50 cm gibt genug Platz, um den Rollstuhl parallel zur Wand zu stellen und den Schalter mit der Hand zu erreichen. Das gilt für alle Räume: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Flur. Auch im Bad, wenn es eine Toilette oder Waschbecken gibt.

Steckdosen im Bad: Wo sie hingehören

Im Bad ist die Lage besonders kritisch. Hier braucht man Steckdosen für Rasierer, Haartrockner, Pflegedevices - aber auch für Notrufsysteme. Die VDI/VDE 6008 Blatt 3 schreibt vor: Unterhalb jedes Waschbeckens muss eine Steckdose sitzen. Und auch an der Toilette, idealerweise seitlich, damit man sie vom Rollstuhl aus erreicht. Aber Achtung: Diese Steckdosen müssen mit einer FI-Schutzschaltung gesichert sein. Und das ist entscheidend: Die FI-Schaltung darf nicht den gesamten Strom im Bad abschalten, wenn etwas schiefgeht. Sonst fällt die Notruf-Taste, die Beleuchtung oder das Pflegegerät aus. Das ist lebenswichtig. Deshalb brauchen diese Steckdosen einen eigenen Stromkreis, getrennt von anderen Verbrauchern.

Steckdose unter dem Waschbecken im Bad mit medizinischem Gerät und Sicherheitsschaltung.

Farbkontrast und Größe: Nicht nur Höhe zählt

Ein Schalter ist nur gut, wenn man ihn auch sieht und drücken kann. Viele Menschen haben Sehprobleme - oder eingeschränkte Feinmotorik. Deshalb muss der Schalter einen klaren Kontrast zur Wand haben. Laut DIN 18040-2 braucht er einen Lichtwertunterschied von mindestens 30 L*. Das heißt: Ein dunkler Schalter auf heller Wand - oder umgekehrt. Weiß auf Weiß? Fehlgeschlagen. Hellgrau auf Grau? Keine Chance. Das ist kein Detail. Das ist Sicherheit.

Auch die Größe zählt. Früher reichten 60 x 60 mm. Ab 2024 gilt die neue Regel: 80 x 80 mm. Warum? Weil 42 % der Menschen über 65 Jahre Probleme mit der Handkraft haben. Ein kleiner Knopf ist schwer zu treffen. Ein großer Schalter lässt sich mit der Faust, dem Ellenbogen oder sogar dem Handrücken betätigen. Gira, Jung und Busch-Jaeger bieten schon jetzt solche Modelle an. Sie kosten nicht mehr - und sind einfacher zu bedienen.

Installation: Was ein Elektriker wirklich tun muss

Ein Elektriker kann nicht einfach den alten Schalter rausnehmen und einen neuen reinmachen. Barrierefreie Installation ist ein Prozess. Zuerst wird mit der Wasserwaage die Höhe markiert: 40 cm für Steckdosen, 85 cm für Schalter. Dann wird das Loch gebohrt - mit einer 68-mm-Bohrkrone, 47 mm tief. In Hohlwänden braucht man spezielle Hohlwanddosen, die mit Schrauben festgezogen werden. Danach wird die Leitungsnut mit Spachtelmasse verschlossen. Erst dann kommt der Schalter. Der ganze Prozess dauert im Durchschnitt 2,5 Stunden pro Raum. Das ist mehr als bei einer Standardinstallation. Aber es lohnt sich. Die Handwerkskammer Oberfranken sagt: Elektriker brauchen drei zusätzliche Fortbildungsstunden, um das richtig zu machen. Wer das nicht kann, sollte nicht ran.

Hand drückt großen Lichtschalter, mit Reichweitenbereichen für alle Nutzer.

Barrierefrei in Altbauten: Ist das überhaupt möglich?

Ja - aber es ist schwieriger. In Häusern vor 2010 sind die Leitungen oft in der Wand verlegt, nicht in Nuten. Da kann man nicht einfach umbohren. Man muss die Wand aufschlagen, die Leitungen neu verlegen, die Dosen neu setzen. Das kostet. Ein Nutzer aus Leipzig berichtet: Für die Nachrüstung seiner drei Schlafzimmer musste er 320 Euro extra zahlen, weil die Leitungen nicht versetzt werden konnten. Aber: Es ist machbar. Und es ist wertvoll. 78 % der Menschen, die barrierefreie Schalter und Steckdosen haben, sagen: "Meine Lebensqualität hat sich deutlich verbessert."

Die gute Nachricht: Die KfW bereitet eine Förderung vor, die ab Frühjahr 2024 barrierearme Elektroinstallationen in Sanierungen unterstützen soll. Wer jetzt plant, sollte sich anmelden. Es gibt keine bessere Investition als die, die Ihnen oder Ihren Angehörigen die Selbstständigkeit zurückgibt.

Was kommt als Nächstes? Die Zukunft ist barrierefrei

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Bis 2030 wird ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland über 65 Jahre alt sein. Jeder vierte Neubau wird heute schon barrierefrei gebaut. Aber nur 12 % der Sanierungen. Das ist ein riesiges Potenzial. Die EU-Richtlinie 2019/882 verpflichtet Deutschland, barrierefreie Standards in öffentlichen Gebäuden umzusetzen. Und ab 2025 sollen alle öffentlich geförderten Wohnungen barrierefrei ausgestattet sein - mit Schaltern auf 85 cm, Steckdosen auf 40 cm, Kontrasten und großen Flächen.

Das ist kein Trend. Das ist die neue Normalität. Wer heute neu baut oder saniert, hat die Chance, das Richtige zu tun - und das nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst. Denn wer weiß, wann man selbst auf einen Rollstuhl angewiesen ist? Oder einen gebrochenen Arm hat? Oder einfach müde ist und nicht mehr hochgreifen will? Barrierefreie Elektroinstallation ist kein Extra. Sie ist die Grundlage für ein gutes Leben - für alle.

barrierearme Schalter Steckdosenhöhe DIN 18040 barrierefreies Bauen Schalterhöhe

Kommentare

Elisabeth Whyte

Elisabeth Whyte

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November 26, 2025 AT 11:14

Ich hab das letzte Jahr meinen ganzen Wohnbereich umgebaut – und jetzt kann ich endlich ohne Hilfe das Licht einschalten. Endlich. 😭

Manfred Prokesch

Manfred Prokesch

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November 28, 2025 AT 03:08

Die DIN 18040-2 ist der einzige halbwegs vernünftige Standard, der endlich den kognitiven Kapitalismus der Bauindustrie an den Nagel hängt. Wer nicht auf 85 cm schaltet, betreibt systematische Diskriminierung unter dem Deckmantel von 'Kosteneffizienz'. Das ist kein Design, das ist ein Verbrechen gegen die menschliche Würde.

max wagner

max wagner

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November 29, 2025 AT 23:13

warum muss das immer so kompliziert sein? ich hab nen schalter an der wand und das reicht. wer nicht greifen kann soll sich nen hund holen der das drückt. #deutschlandverstehtnich

Eric Wolter

Eric Wolter

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November 30, 2025 AT 09:54

Ich find’s super, dass endlich jemand das ernst nimmt. Ich hab meine Oma vor zwei Jahren umgezogen – seitdem schaltet sie selbst das Licht. Kein Helfer mehr nötig. ❤️ Das ist mehr als nur Technik – das ist Freiheit.

Gerd Bittl

Gerd Bittl

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Dezember 1, 2025 AT 22:19

Die Angabe von 40 cm für Steckdosen ist ungenau. Laut DIN 18040-2:2019-10 ist der Referenzpunkt der Bodenoberfläche, nicht der Fußbodenbelag. Bei Teppich oder Parkett ergibt sich eine Abweichung von bis zu 8 mm, was die Reichweite von Rollstuhlfahrern beeinträchtigt. Dieser Fehler wird in 73 % der installierten Fälle übersehen.

Andreas Wille

Andreas Wille

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Dezember 2, 2025 AT 10:11

echt krass wie viele leute das immer noch nicht verstehen… ich hab letzte woche nen alten kumpel besucht – der hat noch die alten schalter auf 110cm. der hat nen gebrochenen arm und musste 20 minuten rumhantieren, bis er das licht kriegte… das ist nicht nur doof, das ist menschenverachtend. #bessermachen

Lena Damaschke

Lena Damaschke

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Dezember 4, 2025 AT 07:26

Ich hab das alles gelesen… und ich hab geweint. Nicht wegen der Technik. Sondern weil ich mich endlich wieder gesehen fühle. Als würde jemand sagen: Du bist nicht nur ein Problem. Du bist wichtig.

Thomas Verhulst

Thomas Verhulst

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Dezember 4, 2025 AT 11:32

Man muss hier nicht nur die Physik betrachten, sondern auch die Phänomenologie der Alltagsbewältigung. Der Schalter ist kein bloßes Objekt, sondern ein existenzieller Schnittpunkt zwischen Körper und Raum. Wenn er nicht in der Reichweite liegt, wird der Mensch zur Fremdheit seines eigenen Zuhauses. Die 85 cm sind nicht nur eine Maßzahl – sie sind ein Akt der Anerkennung. Die Steckdose auf 40 cm? Ein ethischer Imperativ, der die Technik in den Dienst der menschlichen Würde stellt. Wer das nicht versteht, lebt noch in der Ära der industriellen Entfremdung – und nicht in der Zeit der partizipativen Inklusion.

Harald Kuschmierz

Harald Kuschmierz

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Dezember 6, 2025 AT 04:45

Also… 85 cm? 😂 Und wer hat das entschieden? Ein 1,90 m großer Elektriker mit 30 Jahren Berufserfahrung? Ich bin 1,65 und hab einen Arm, der nicht bis zum Himmel reicht – und trotzdem muss ich mich ducken, weil der Schalter auf Augenhöhe von 1,80 m sitzt. Warum nicht 100 cm? Oder 120? Oder einfach nur einen Knopf an der Tür? 🤔

Markus Aerni

Markus Aerni

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Dezember 8, 2025 AT 03:48

Es heißt nicht '80 x 80 mm', es heißt 'mindestens 80 mm Kantenlänge'. Die DIN 18040-2 verwendet den Begriff 'Fläche' nicht, sondern 'Abmessungen'. Dieser Fehler ist verbreitet und führt zu falscher Auslegung. Bitte korrigieren.

Alexander Hickey

Alexander Hickey

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Dezember 9, 2025 AT 21:56

Das ist doch total übertrieben. Wer braucht schon 'Kontraste' und '80 mm'? Ich hab ein Haus aus den 80ern – alles perfekt. Wer nicht kann, soll eben im Dunkeln sitzen. Das ist kein Problem der Architektur – das ist ein Problem der Faulheit. #deutschlandwirdzuweich

Heidi Gremillion

Heidi Gremillion

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Dezember 10, 2025 AT 06:44

Und wer sagt eigentlich, dass 'Barrierefreiheit' nicht einfach eine neue Form der Kontrolle ist? Wir sollen jetzt alle nach einem Standard leben, der von irgendwelchen Ingenieuren und Bürokraten erfunden wurde. Was ist mit den Menschen, die es lieber traditionell haben? Wer hat sie gefragt? Wer hat ihre Lebensweise als 'veraltet' abgestempelt? Die Normalität, die hier verordnet wird, ist nur eine andere Form der Ausgrenzung – nur sanfter. Und teurer.

Elisabeth Whyte

Elisabeth Whyte

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Dezember 12, 2025 AT 05:05

Ich hab das gelesen und mir gedacht: 'Genau das brauchen wir.' Und dann hab ich meinen Sohn gebeten, den Schalter im Bad zu wechseln. Er hat gesagt: 'Mama, das ist doch nur ein Knopf.' Ich hab ihn angeguckt… und nichts gesagt. Aber heute morgen hat er ihn selbst gemacht. Ohne dass ich was gesagt hab. 🤍

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